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Holländisches Essen - kulinarische Vielfalt

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Juni 22, 2021

Holländisches Essen – diese Gerichte solltest du nicht verpassen

Die Küche und die Essgewohnheiten in den Niederlanden sind wunderbar vielfältig. Das Land ist weltoffen, seine Bewohner sind neugierig und experimentierfreudig. Aber sie hängen auch an vertrauten Gewohnheiten und lieben jene Gerichte, die schon von Mutter und Großmutter gekocht wurden. Das gilt aber auch für die vielen „neuen“ Niederländer. Menschen aus anderen Kulturkreisen, die in den Niederlanden eine neue Heimat gefunden haben, brachten ihre Lieblings-Rezepte mit und haben die holländische Küche damit ein Stück bunter gemacht. Das ist übrigens keine aktuelle Entwicklung, sondern exotische Einflüsse haben schon seit dem 17. Jahrhundert den Speiseplan der Holländer verändert.

Damals war Holland eine der führenden Seefahrer- und Handelsnationen der Welt. Man unterhielt Kolonien in Lateinamerika, auf dem afrikanischen Kontinent und in Südostasien. Der Handel mit den exotischen Gewürzen aus diesen Ländern hat Holland – damals sprach man noch nicht von den Niederlanden – viel Wohlstand gebracht. Und natürlich haben die importierten Zutaten auch die heimische Küche bereichert. Ein klassisches Beispiel dafür ist Saté-Sauce. Diese Erdnuss-Sauce kam aus der holländischen Kolonie Niederländisch-Indien, dem heutigen Indonesien. Sie wurde zu einem festen Bestandteil in der niederländischen Küche. Wenn du magst, kannst du Saté-Sauce auch zu Pommes bestellen, viele Friterien bieten das an. Auch die Inseln der Karibik haben kulinarischen Einfluss auf die Küche in Holland. Die Niederländischen Antillen und das Land Surinam im Norden Südamerikas waren einmal niederländische Kolonien. Heute sind sie als autonome Gebiete immer noch ein Teil des Königreiches der Niederlande.

Neben der Vergangenheit als Kolonialmacht hat auch die „kulinarische Globalisierung“ starken Einfluss auf das holländische Essen. Burger, Boules, Wraps und Co. gehören besonders in den großen Städten und in den Badeorten an der Küste zum Alltag. Amsterdam ist nicht nur die Hauptstadt der Niederlande, sondern gilt auch als die Hauptstadt der „World Cuisine“. Du triffst auf unendlich viele Restaurants, deren Speisekarten von allen Küchen der Welt inspiriert sind. Die surinamische Küche ist in der Stadt so stark präsent, dass ihre Speisen bereits als Amsterdamer Spezialität angesehen werden. Das einzige internationale Gericht, das die Bezeichnung Holland im Namen führt, kommt übrigens nicht aus den Niederlanden. Die Sauce Hollandaise ist eine französische Spezialität, die im 19.Jahrhundert von der Normandie ihren Siegeszug um die Welt antrat.

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Stroopwafel aus Holland

Das ist typisches holländisches Essen

Auch wenn wir gerade gesagt haben, dass die holländische Küche von vielen äußeren Einflüssen geprägt ist – es gibt das unverfälschte holländische Essen, das seit Generationen nahezu unverändert auf den Tisch kommt. Diese Gerichte wirst du meist in traditionellen Gaststätten serviert bekommen. Jenen urigen Kneipen und gemütlichen Gasthäusern, auf deren Tischen häufig ein kleiner Teppich als Dekoration dient. Hier bekommst du die typische, fruchtig-milde Tomatensuppe mit einer Einlage aus kleinen, aber sehr würzigen Hackbällchen. Oder eine Bauernsuppe mit reichlich Gemüsen, Speck und einer kräftigen Portion Gouda-Käse. Ein herzhaftes Gericht für zwischendurch ist der berühmte Maastrichter Pfannkuchen, großzügig verfeinert mit jungem Edamer Käse und Speck. Etwas seltener wirst du pochierten Aal auf der Speisekarte einer traditionellen holländischen Gastwirtschaft finden. Aber wenn, solltest du unbedingt zugreifen. Der zart gekochte Aal wird mit einem Weißweingelee serviert, dessen fein aromatischer Geschmack einen wunderbar leichten Kontrast zu diesem gehaltvollen Fisch bietet. Quält dich ein richtig großes Hungergefühl, dann bestelle eine „Snert“. So nennen die Niederländer ihre wirkliche kräftige Erbsensuppe mit herzhaften geräucherten Würstchen.

Stamppot – eines der ältesten Gerichte und das Nationalgericht der Niederlande

Traditionell ist der Stamppot ein Gericht für einen frostigen Winterabend. Aber wenn du einen Stamppot zu den anderen Jahreszeit auf der Speisekarte findest – dann greif zu. Allerdings solltest du berücksichtigen, dass dieser deftig-köstliche Eintopf sehr, sehr sättigend ist. Und das ein kalter Genever als Dessert unbedingt dazu gehört. Wörtlich übersetzt heißt Stamppot „gestampfter Topf“. Das bezieht sich auf die zerdrückten Kartoffeln, die als Basis für das Nationalgericht der Niederlande unerlässlich sind. Dann gibt man dazu, was die Jahreszeit oder der Küchenvorrat bereithält: Kohl oder Sauerkraut, Karotten oder Zwiebeln, Spinat oder anderes Gemüse. Dazu kommen Hackfleischbällchen oder in Scheiben geschnittene Wurst – manchmal auch von beiden etwas. Zum Abschluss wird der Stamppot einer dunklen Bratensauce verfeinert.

Bitterballen – das frittierte Finger-Food

Lange bevor der Begriff Finger-Food seinen Einzug in den allgemeinen Sprachgebrauch fand, hatten die Niederländer schon ihre Bitterballen. Diese leckeren kleinen Bällchen gehören praktisch überall in der Gastronomie zum Angebot. Sie sind ein wunderbarer Snack beim Bier in einer urigen Kneipe. Aber auch an der Hotelbar oder im gehobenen Restaurant ist es durchaus üblich, eine Portion Bitterballen als Begleitung zum Aperitif zu bestellen. Die kleinen Bällchen enthalten eine feine Füllung (Fleisch oder Gemüse) und sind von einer festen Panade umhüllt. Sie werden frisch aus der Fritteuse warm serviert und man genießt sie gerne mit etwas Senf. Der Name Bitterballen bezieht sich nicht etwa auf einen bitteren Geschmack, sondern auf eine frühere Verzehrgewohnheit. Bitterballen wurden einst nur zu einem Digestif, einem Magenbitter serviert. Zum typisch niederländischen Finger-Food gehören auch Kroket und Frikandel, von der Konsistenz und dem Geschmack sind diese Snacks den Bitterballen sehr ähnlich.

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Koude Schotel – das Traditionsgericht für die Familienfeier

Das Angebot einer Koude Schotel ist fester Bestandteil einer Tafel anlässlich einer traditionellen niederländischen Familienfeier. Häufig wird dieses Gericht auch als Huzarensalade bezeichnet. Die Koude Schotel ist eine raffinierte Pastete – eine ausgewogene Mischung aus Leber, Huhn, Cornedbeef oder Fisch und einer Reihe verschiedener Kräuter und Gewürze. Die Masse wird in eine ansprechende Form gebracht und muss einige Stunden im Kühlschrank ruhen. Serviert wird die Koude Schotel dem Namen entsprechend kalt und umgeben von vielen Beigaben. Meist sauer eingelegtes Gemüse, Radieschen, Eier, Oliven, Sardellen und Krabben aus der holländischen Nordsee.

Stroopwafel – die süßen Sirupwaffeln

Niemand wird es in unserem Nachbarland leugnen – Süßes ist sehr beliebt. Zum Start in den Tag nimmt man gern eine Scheibe Weißbrot, bestreut mit etwas bunten Hagelzucker oder Schoko-Raspeln, auch Erdnussbutter ist beim Frühstück sehr willkommen. Im Laufe des Tages reicht man süßes Gebäck zum Tee oder Kaffee, gerne Zuckerbrot, Gewürzkuchen, Poffertjes und natürlich die berühmten Stroopwaffeln. Wie süß sie tatsächlich sind, kündigt schon der Name an: Sirupwaffeln. Zwei dünne Waffelblätter werden durch eine großzügige Schicht karamellisierten, halbfesten Zucker aufeinander festgeklebt. Stroopwafeln schmecken besonders gut, wenn du sie frisch gebacken und noch warm in einer Bäckerei oder auf einem Wochenmarkt kaufst.
Nur verhalten süß, aber dennoch eine wunderbare holländische Süßigkeit ist das gesalzene Lakritz. Diese besondere Art, Lakritz zu verfeinern, ist eine typisch holländische Spezialität. Es wird dir Spaß machen, in einem der gut sortieren Süßwaren-Geschäfte eine „eigene Tüte“ mit den unterschiedlichsten Lakritz-Sorten zusammenzustellen. Aber Vorsicht – das echte holländische Salzlakritz kann süchtig machen. Und nach kurzer Zeit stehst du erneut vor einem Regal mit den schwarzen Köstlichkeiten.

Legendär – die niederländischen Patat

Das einfache Kartoffeln so gut schmecken können, sorgt bei jedem Besuch in den Niederlanden für eine erneute Überraschung. Das Erfolgsgeheimnis steckt in der richtigen Zubereitung. Schön dick müssen die Kartoffelstäbchen sein, dann sind sie nach dem Fritieren im Inneren noch schön weich, außen jedoch herrlich knusprig. Und man nimmt sich Zeit. Das Fritieren erfolgt in zwei Steps, dazwischen gönnt man den Pommes eine Ruhepause zum Nachgaren. Die richtige Sauce bringt den finalen Genuss. Du solltest nicht einfach mit Ketchup und/oder Majo zufrieden sein. Probiere mal „Patat Speciaal“ mit einem Topping aus reichlich Curry, Mayonnaise und Zwiebeln. Oder „Patatje oorlog“, dann kommt noch etwas Saté-Sauce dazu.

Lohnt immer einen Versuch – die indonesische Küche

In Rotterdam, aber auch in vielen anderen niederländischen Städten gibt es eine Fülle von indonesischen Restaurants. Wenn du ebenso neugierig wie unternehmungslustig bist, bestellst du ein Gericht mit einem Namen, den du noch nie gehört hast. Oder du entscheidest dich für ein Bami- oder Nasi-Goreng, die klassischen Gerichte mit gebratenem Reis oder Nudeln. Eine der typisch niederländische Spezialitäten ist auch Saté-Spieße. Das sind dünne Scheiben mariniertes Hühnchen- oder Rindfleisch. Knusprig gebraten werden sie mit reichlich Erdnuss-Sauce serviert. Du wirst nie enttäuscht sein! Achtung jedoch bei den kleinen Gewürzfläschchen, die auf den Tischen stehen. Darin ist Sambal, eine Paste aus Chilischoten, die häufig sehr scharf ist. Meist gibt es vor oder zum Essen ein Schälchen mit Kroepek, federleichten und lecker gewürzten Krabbenchips.

Niederländisches Essen ist echte Vielfalt

Die Niederlande sind ein Land, dessen Bewohner es geschafft haben, aus der immer gleichen Milch mehr als 100 Käsesorten zu zaubern. Du wirst einen sehr langen Urlaub brauchen, um alle Varianten kennenzulernen. Einfacher ist es, einen der originellen Käseläden oder Marktstände aufzusuchen. Dort wird man dich bestens beraten und dich in die Geheimnisse der verschiedenen Sorten einführen. Unbedingt probieren sollte man den „Nieuwe Haring“, der nur im Mai und Juni angeboten wird. Wenn du den jungen Matjes auf die richtige Art und Weise verzehrst, erkennt man, ob du ein Holland-Profi bist. Man hält die Fischhälfte am Schwanz senkrecht über dem Gesicht und beißt in das andere Ende hinein. Nach einem typisch holländischen Essen darf ein Genever nicht fehlen. Wie beim Käse gibt es auch hier unglaublich viele Varianten, von süß wie ein Likör bis alkoholreich herzhaft-kräftig.

Niederländisches Essen ist meistens fettig – stimmt das?

Kurz gesagt: Nein! Zwar ist das Fritieren eine beliebte Zubereitungsart in der holländischen Küche. Das geschieht natürlich mit Hilfe von Fett. Verwendet werden jedoch pflanzliche Öle mit vielen ungesättigten Fettsäuren. Diese Inhaltsstoffe gelten für eine gesunde Ernährung als sehr vorteilhaft. Darüber hinaus ist das holländische Essen nicht mehr und nicht weniger fett, als die Gerichte der deutschen Küche. Und ein Matjesfilet hat auch auf jeden Fall deutlich weniger Kalorien als eine Portion badischer Schupfnudeln oder gar eine bayrische Schweinshaxe.

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Hauptkategorie: Holland Urlaub
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